Winterreise

Das letzte Konzert im Rahmen der „Musik zur Blauen Stunde“ am Freitag, den 28. September ist in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich: Zu hören ist diesmal keine Orgelmusik, sondern Franz Schuberts passionsgleicher Liederzyklus „Winterreise“ von 1827. Außerdem findet das Konzert ausnahmsweise im Gemeindehaus der Backnanger Christkönigsgemeinde statt. Beginn ist mit Einsetzen der Blauen Stunde zum Sonnenuntergang um 18.52 Uhr, Ende kurz nach 20 Uhr. Ausführende sind der Backnanger Bariton Christian Höppler und Reiner Schulte am Klavier.

Der Eintritt zu diesem Liederabend ist frei. Es wird um Spenden für die Instandsetzung der Orgel der Christkönigskirche gebeten, die 2019 durchgeführt werden soll.

Franz Schubert hat seinen Liederzyklus „Winterreise“ ist im letzten Lebensjahr komponiert. Er basiert auf Gedichten von Wilhelm Müller und stellt einen Höhepunkt der romantischen Liedkunst dar. Im Verlauf des Zyklus wird der Hörer immer mehr zum Begleiter des Wanderers, der zentralen Figur der Winterreise. Schubert gelingt in diesem Zyklus eine Darstellung des existentiellen Schmerzes des Menschen von fast schon mythischer Größe.

Der Wanderer hat nach einem Liebeserlebnis alle Geborgenheit hinter sich gelassen und zieht ohne Ziel und Hoffnung hinaus in die Winternacht. Auf den 24 Stationen seines passionsgleichen Weges ist er starken Stimmungsgegensätzen von überschwänglicher Freude bis hin zu hoffnungsloser Verzweiflung ausgesetzt bevor sich allmählich eine vielfältig schattierte, düstere Stimmung durchsetzt. Im Ausklang des Zyklus trifft der Wanderer auf den Leiermann, der frierend seine Leier dreht, aber von niemandem gehört wird. In dieser Szenerie unendlicher Hoffnungslosigkeit gelingt Schubert eines seiner anrührendsten und gleichzeitig schlichtesten Lieder.